Wer spät abends oder früh morgens von Budapest aus fliegt, sollte die Debatte über Nachtflüge verfolgen: Ende August hat die Regierung eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die den Verkehr in der Tiefschlafzeit verringern soll, und die umliegenden Bezirke drängen auf ein strengeres Verbot. Geändert hat sich noch nichts; die Flugpläne gelten weiter.
Die Regel und die Zahlen
Nach den seit 2019 geltenden Regeln dürfen am Flughafen Liszt Ferenc zwischen 22:00 und 06:00 Uhr höchstens 50 gewerbliche Flugbewegungen geplant werden, in der Tiefschlafzeit zwischen Mitternacht und 05:00 Uhr höchstens sechs. Ausnahmen bedürfen der Genehmigung der Luftfahrtbehörde.
Die Veröffentlichung „Green Landing“ von HungaroControl verzeichnete im ersten Quartal 2026 dennoch 829 Flugbewegungen in der Tiefschlafzeit, im Schnitt 9,2 pro Nacht. In 65 der 90 Nächte waren es mehr als sechs; am 6. Januar starteten oder landeten zwischen Mitternacht und 5 Uhr 30 Flugzeuge. Budapest Airport führt 235 davon auf Verspätungen zurück, den Rest auf den Flugplan, und sieht eine Besserung: Bis Ende Juli 2026 lag die Zahl der verspäteten Flüge, die in die Tiefschlafzeit rutschten, fast 50 Prozent unter 2024 und knapp 20 Prozent unter 2025.
Warum Flüge nach Mitternacht rutschen
Für den Abend geplante Flüge verspäten sich wegen des Wetters, des Betriebs oder des Verkehrs, und die Stunde vor Mitternacht ist ohnehin voll: Am 24. September etwa waren zwischen 23:00 Uhr und Mitternacht 19 Landungen geplant. HungaroControl zufolge hat die Sicherheit Vorrang, daher werden Reihenfolge oder Streckenführung der Flüge in der Regel nicht allein aus Lärmgründen geändert.
Die Fluggesellschaften zahlen für jeden Flug zwischen Mitternacht und 5 Uhr eine Betriebsgebühr für die Tiefschlafzeit; ihr Grundtarif liegt seit April 2025 um 56 Prozent über dem von 2024. Die Gebühr hängt von der Lärmklasse des Flugzeugs, der Pünktlichkeit des Flugs und der Anflugrichtung ab, und das Geld fließt in den Lärmschutz.
Wer was will
- Der XVIII. Bezirk schätzt, dass 30.000–35.000 Einwohner betroffen sind, und unterstützt ein vollständiges, striktes Nachtverbot für Starts und Landungen mit klar festgelegten Ausnahmen und höheren Bußgeldern.
- Rákosmente will ein vollständiges Verbot des Verkehrs in der Tiefschlafzeit, vor allem für Frachtflüge.
- Zugló würde die Beschränkung auf 23:00–06:00 Uhr ausweiten und hat langfristig ins Gespräch gebracht, das Frachtterminal, Terminal 1, weiter von der Stadt wegzuverlegen.
- Wizz Air arbeitet in der Gruppe mit; nach eigenen Angaben hat sich ihre Pünktlichkeit binnen eines Jahres um fast 7 Prozent und gegenüber 2024 um mehr als 30 Prozent verbessert, sie plant in Flugplänen um Mitternacht zusätzliche Zeit ein, und weiteres Wachstum soll vor allem über Flüge von ihren Basen im Ausland kommen.
Was das für Reisende bedeutet
Vorerst nichts: Die Flugpläne bleiben unverändert, und ob späte Abflüge und frühe Ankünfte eingeschränkt werden, zeigt sich nach dem Bericht der Arbeitsgruppe. Schon jetzt gut zu wissen: Nach 23:00 Uhr geplante Flüge verspäten sich am leichtesten, und nach einer Landung nach Mitternacht bleiben bei den öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Morgen die Nachtfahrten des 100E. Wird Ihr Flug aus Lärmgründen verlegt, muss die Fluggesellschaft Sie informieren; wir verfolgen die Änderungen auch auf unserer Seite mit den Fluginformationen.
Quelle: Index
